Freitag, 16. Oktober 2009

Stillstand nach 3 Monaten


Anfang Juni fing alles an. Endlich die Ruhe, Dringendes für Körper und Geist zu tun. Ewigkeiten versucht, gerannt, Dringskuren, wochenweises Fasten, tageweises Fasten.

Dann endlich im Juni ist es mal wieder so weit, nicht zu viel essen, dafür mehr Sport. Die Kilos purzeln bis Ende Juni um 3 kg.

Anfang Juli geht es wieder landeinwärts. Eine Woche vergeht und noch eine, als ich zurückkomme, oh Schreck, die Junikuren haben nichts genützt, die Kilos sind wieder da.

Aber gewirkt haben die langen Gehwege, die frühmorgendlichen Bäder, im salzigen Wasser. Der Geist hatte überlebt und die Methode wurde neu durchdacht. Es mußte so einfach wie möglich sein, kein großartiges Nachdenken, keine Rezepte, etwas Vorsicht mit dem, was man uns mittlerweile als Essen verkaufen will. Denn von irgendwoher muß die überbordende Übergewichtigkeit ja kommen. Und die Probanden werden immer jünger.

Dann ein klitzekleiner logischer Gedanke.

Es kommen tatsächlich die ersten Anwendungstage Mitte Juli. Und es geht wieder abwärts. Jeder Morgen, noch vor dem Gang zum Bäcker, ist Gewichtskontrolle angesagt.


Ende August befindet sich der erleichterte Körper im fünften bekämpften Kilo.

Zwischenzeitlich weiß ich schon anhand des morgendlichen Besuchs der Waage, ob da irgend ein Koch Unerlaubtes tat. Darunter verstehe ich Gemeinheiten der heimlichen Beigaben, z.B. Gemüse kochen mit Öl, oder Salatkreationen mit Öl, so eben mal drunter gemischt, denn Öl ist ja und Kaltgepresstes um so mehr, Geschmacksträger, na ja, aber deswegen muss man doch nicht aus dem Visuellen einen Schein machen. Wenn ich gemischten Salat sehe, möchte ich das essen , was ich sehe, nicht aber 1000 Kilokalorien Kaltgepresstes.

Jetzt Mitte Oktober, während der Nordwinde und den roten Abendhimmeln, greifen wir das 9 Abnehmkilo an. Es geht doch nichts über eine unscheinbare Methodik ich und meine unscheinbare Methode, dieser klitzekleine Gedanke, der meine Sommermonate veränderte.

26.Oktober 09.... Gelingt in dieser Woche der "Angriff" auf weitere Pfunde? In diesem Monat herrscht Stillstand. Durch die tägliche Kontrolle des Gewichts ist Unbekümmertheit eingetreten. Bei anderen, Diäten und son Quatsch, wäre jetzt eine unbekümmerte unaufhörliche Zunahme da , der gehasste JOJO - Effekt.

Ich jedoch träller vor mich hin und habe das 9. Abnehmkilo auf dem Visier, das schwankt auch mal wieder ins 8. zurück.

Aber mitten im 9., mehr geht nicht? Der Sommer klang mit diesem wunderschönen Sonnentag am 18. Oktober auf den nordfriesischen Inseln aus. Man hatte schon in Niebül und Klanxbül den Eindruck, ganz Hamburg habe sich zum Strandlauf nach Sylt verabredet.

Kind und Kegel, alles war zum Strandbummel von Westerland nach Süden oder Norden und zurück unterwegs.

Von Westerland nach Kampen und zurück an der Ostküste, das ist einer der besten Walks, die man nur empfehlen kann. Das sind diese unvergessenen unvergleichbaren Walks, die das Abnehmen auf Dauer in der Verbindung mit dem Nordischen Wandern zu den attraktivsten Freizeitbeschäftigungen macht.

Bevor es losging, gegen 1, ein Besuch im Cafe im Rathaus von Westerland. Das glaubt kein Mensch, dass am Anfang tatsächlich ein großer Milchcafe mit einem großen Stück Kuchen steht.

Dann der Walk, erstmal bezahlen, Kurtaxe zwei Euro fünfzig. Die halte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht für akzeptabel, am Ende des Tages aber schon. Der Walker findet in der Nähe des Strandes immer einen Gang, einen Holzbohlenweg, wo es ansonsten nicht weiter gegangen wäre, das vor allen Dingen an der östlichen Küste. Das machte richtig Arbeit, diese Bohlenwege herzustellen und zu unterhalten. Also gerne die Kurtaxe bezahlen, denn wir Walker nutzen die so richtig.

Der Sandstrand ist ewig weit und breit, ein Ende garnicht zu sehen. Immerhin sind es 4 Kilometer bis auf Höhe von Kampen.

Anspruchsvoll ist es deswegen, weil man im Sand läuft, zwar wellenbefestigt, doch am Abend spüre ich die Knöchel, die hier richtig arbeiten müssen.

In Kampen abbiegen und die Aussichtsplattform oben auf der Düne in der sich welkenden Heide besuchen, sich orientieren und die grandiose Insel Sylt bewundern.

Kampen ist die Ansammlung von orginalen traditionellen Reetdachhäusern, ein Muss für jeden Bewunderer traditioneller norddeutscher Bauweisen.

Die obligate Einkehr bei Cafee und Pflaumenkuche wird etwas teurer, stärkt aber für den RückkehrWalk.

Bis Keitum sind es wohl 7 Kilometer, es geht durch Heide immer an der Küste lang, mit weitem Blick auf das Festland im Osten. Eine wirklich nette Wohngegend.

Die Sonne verabschiedet sich langsam, die letzten Segelflieger drehen ihre Runden, um dann elegant und lautlos zur Landung vorbeizuscheben ... in der Dämmerung erreiche ich das Wellness Hotel Aarnhoog in Keitum .... www.aarnhoog.de
das liegt zwar direkt in der Einflugschneise vom Sylter Flughafen, aber jetzt gegen Abend hat die letzte Maschine Sylt verlassen. Es kehrt Nachtruhe ein.

Zufrieden ersehe ich auch das körperliche Ergebnis ...eineinhalb Kilo weniger Unnützes. Wie man allerdings solche Ergebnisse dann auf Dauer hält, das lernt man nur bei weight control.

Danke Ihr Nordfriesen .. hat Spaß mit Euch gemacht .... Wir kommen wieder.

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